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Marketingbudget-Planung: Wann es sich im Dezember wirklich lohnt

Dezember, zwischen den Jahren oder im Januar – wir zeigen, welcher Zeitpunkt zu welchem Geschäft passt. 

Cindy Callies Expertin im Online Marketing seit 12 Jahren
Autor: Cindy CalliesDatum: 05.10.2026
Weihnachtsmarketing regional – digitale Außenwerbung und lokale Kanäle im DezemberKI

Jedes Jahr ab November wiederholt sich ein Muster in der Werbung: Die Nachfrage nach Werbeplätzen steigt stark an, ausgelöst durch Cyber Week und Weihnachtsgeschäft, und das über nahezu alle Kanäle hinweg. Google Ads, Social-Media-Anzeigen, TV-Spots und digitale Außenwerbung werden gleichzeitig teurer, weil deutlich mehr Unternehmen um dieselben Zielgruppen konkurrieren. Eine Schreinerei in Wangen im Allgäu hat ihr Marketingbudget deshalb anders verteilt – zeitlich wie inhaltlich – und dabei mehr Menschen erreicht, für weniger Geld.  

Dieser Artikel zeigt, für welche Branchen der Dezember der richtige Zeitpunkt ist, wann sich Werbung zwischen den Jahren und im Januar lohnt und wie Sie Ihr Marketingbudget gezielt dorthin lenken, wo es wirklich wirkt.

Warum Werbung vor Weihnachten teurer wird

Spätestens zur Cyber Week im November ziehen die Preise für Werbung praktisch überall an – egal ob bei Google Ads, Social-Media-Anzeigen, TV-Spots oder digitaler Außenwerbung. Tausende Unternehmen bieten in diesen Wochen gleichzeitig auf nahezu dieselben Zielgruppen. Die Folge: Die Kontaktkosten steigen teils um 30 bis 60 Prozent gegenüber dem Jahresschnitt, weil der Wettbewerb um Aufmerksamkeit in dieser Zeit besonders groß ist. 

Das Paradoxe daran: Stecken Sie in dieser Zeit einfach mehr Budget in dieselben Kanäle, zahlen Sie vor allem für denselben überfüllten Platz – zu einem höheren Preis, während Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit gleich bleiben. Zwei Fragen lohnen sich deshalb mehr: Wo ist Ihre Zielgruppe in diesen Wochen wirklich unterwegs – und was beschäftigt sie gerade? Und: Für welche Branchen zahlt sich Werbung im Umfeld von starkem Wettbewerb überhaupt aus? 

Weg 1: Werben, wo weniger los ist 

Im Spätherbst und Winter sind Menschen besonders aktiv – online wie unterwegs. Sie lesen in der Mittagspause die Lokalzeitung, öffnen den Newsletter ihres Lieblingsrestaurants oder schlendern durch die Innenstadt auf der Suche nach Geschenken. Genau das macht diese Zeit für Werbetreibende interessant – allerdings wird dadurch nicht jede Werbefläche gleichermaßen teurer.  

Plätze, die in Echtzeit versteigert werden – etwa gefragte Google-Ads-Positionen oder Social-Media-Anzeigen – ziehen in dieser Zeit besonders stark an, weil alle gleichzeitig mitbieten. Auch andere stark nachgefragte Werbeformen wie digitale Außenwerbung in belebten Innenstadtlagen werden in dieser Zeit spürbar teurer – hier allerdings über feste saisonale Aufschläge statt über eine offene Auktion. 

Während die Klickpreise bei Google und Meta insbesondere ab dem 4. Quartal durch die Decke gehen, bleiben die Preise in vielen regionalen Medien stabil. Woran liegt das? Redaktionelle regionale Medien funktionieren anders: Sie werden zu festen Konditionen verkauft statt in Echtzeit versteigert – das hält ihre Preise auch in der Hochsaison vergleichsweise stabil. Lokale Nachrichtenportale wie schwaebische.de oder nordkurier.de, Newsletter mit treuen Lesern oder Bannerplätze auf diesen Portalen erreichen kaufbereite Menschen in einem vertrauten Umfeld – zu Preisen, die sich über das Jahr kaum verändern. 

Die Logik dahinter ist einfach: Wenn viele Unternehmen gleichzeitig auf dieselben Echtzeit-Plätze bieten, steigen dort die Preise besonders stark. Wer diesen Automatismus hinterfragt, findet oft wirkungsvollere Alternativen – mit engerem Regionalbezug, weniger Streuverlust und stabileren Preisen.

Tipp

PRÜFEN SIE VOR DER SAISONPLANUNG: Auf welchen Kanälen sind Ihre direkten Mitbewerber aktiv? Dort, wo alle gleichzeitig aufschlagen, zahlen Sie am meisten. Wo weniger los ist, ist oft mehr drin.

So kann dies in der Praxis aussehen

Ein fiktives, aber realistisches Beispiel: Eine Schreinerei aus der Region Wangen im Allgäu fertigt hochwertige, individuelle Möbel – und könnte ihre Weihnachtskampagne bewusst früh und über andere Kanäle starten. Statt zur Cyber Week in die stark nachgefragte Auktion um Google-Anzeigenplätze einzusteigen, lief die Kampagne bereits ab Anfang November – mit einem Advertorial auf schwaebische.de, ergänzt durch bildstarke Display-Banner auf dem Lokalportal und weihnachtlich ansprechende Anzeigen in drei aufeinander folgenden Wochenendausgaben der Tageszeitung. 

Die Botschaft: "Entdecken Sie, was ein Zuhause an Weihnachten ausmacht." Das Advertorial erzählt diese Geschichte anhand stimmungsvoller Bilder eingerichteter Wohnräume, in denen einzelne neue Möbelstücke weihnachtlich in Szene gesetzt werden. Ein realistisches Ergebnis für ein solches Vorgehen: schätzungsweise spürbar niedrigere Kontaktkosten als im Vorjahr, bei vergleichbarer Reichweite – weil die Zielgruppe bereits in Kaufstimmung ist und gezielt nach weihnachtlicher Einrichtung und passenden Möbelstücken für ihr Zuhause sucht. 

Der übertragbare Hinweis: Wer die eigene Kampagne zeitlich vor den Hauptwettbewerb legt und dabei auf redaktionelle, regionale Kanäle setzt, erreicht kaufbereite Menschen oft günstiger als über die überlastete Auktion bei Google und Meta. 

Weg 2: Der Anlass verkauft das Produkt

Menschen lassen sich in der Vorweihnachtszeit stark von der Vorfreude auf die Feiertage leiten – das gilt für kleine Anschaffungen genauso wie für größere. Werbung, die diese Vorfreude emotional aufgreift und das eigene Produkt selbstverständlich darin einbettet, holt Menschen dort ab, wo sie gedanklich bereits stehen: mitten im Weihnachtsgefühl. 

Eine neue Küche wird so schnell zum "Zuhause, in dem an Weihnachten wieder gemeinsam gebacken und gekocht wird". Passende Küchenutensilien – vom hochwertigen Messerset bis zur kompletten Ausstattung für die Weihnachtsbäckerei – lassen sich ebenso in diese Geschichte einbetten wie das große Möbelstück selbst. Die Botschaft transportiert damit ein Gefühl, das Produkt liefert die konkrete Umsetzung dazu. 

Typische Formulierung 

Wirksamere Alternative 

"Jetzt Winterreifen kaufen" 

"Sicher durch die Feiertage – damit Sie gut bei Ihren Liebsten ankommen." 

" Küchenmöbel jetzt im Sonderangebot" 

"Der Mittelpunkt für gemeinsames Backen an Weihnachten" 

"Dreifachverglasung - Neue Fenster mit Rabatt" 

"Ein behagliches Zuhause – nicht nur zu den Festtagen" 

„Schmuck – jetzt im Angebot“ 

„Das besondere Weihnachtsgeschenk, das von Herzen kommt.“ 

„Jetzt Reisegutschein verschenken“ 

"Der Urlaub, über den sich die ganze Familie freut" 

"Backformen zum reduzierten Preis" 

"Die passenden Utensilien für die kreative Weihnachtsbäckerei" 

Tipp

TIPP FÜRS TEXTEN:  
Stellen Sie sich vor, wie Ihr Kunde sich die Feiertage vorstellt – und wo Ihr Produkt in diesem Bild ganz natürlich seinen Platz findet. Buchstäblich dieser Satz sollte am Anfang Ihrer Anzeige stehen, die Produktbeschreibung folgt danach. 

Weg 3: Zwischen den Jahren die Aufmerksamkeit nutzen

Zwischen Weihnachten und Silvester verändert sich die Stimmung merklich: Die Geschenke sind besorgt, der Weihnachtsstress ist vorbei, viele Menschen haben freie Tage oder Urlaub. Diese Zeit verbringen sie entspannt – online beim Stöbern genauso wie beim Bummeln durch die Innenstadt. 

Für Unternehmen ist das eine gute Gelegenheit, mit interessanten Angeboten oder hilfreichem Content präsent zu sein und Vertrauen aufzubauen, das dem eigentlichen Kaufabschluss vorausgeht. Denkbar sind zum Beispiel ein Gewinnspiel mit regionalem Bezug, ein Geschenkefinder für spontane Anschaffungen mit dem Weihnachtsgeld oder ein Einkaufsratgeber als gemeinsames Projekt mit anderen Händlern aus der Region.

Tipp

DENKEN SIE ÜBER DEN DEZEMBER HINAUS: Zwischen den Jahren zählt Sichtbarkeit oft mehr als der sofortige Kaufabschluss. Wer in dieser entspannten Phase präsent ist, bleibt im Kopf, wenn die Kaufentscheidung im neuen Jahr tatsächlich fällt.

In einem Büro sitzen eine Frau und ein Mann an einem Schreibtisch und arbeiten gemeinsam am Laptop.

Für wen sich welcher Zeitpunkt wirklich lohnt 

Nicht jedes Produkt und nicht jede Branche profitiert vom Weihnachtstrubel gleich stark. Je nachdem, wie eine Kaufentscheidung getroffen wird – spontan und emotional oder gut durchdacht und mit Zeit – lohnt sich ein anderer Zeitpunkt im Jahr. Das Ergebnis: bessere Sichtbarkeit, teils günstigere Konditionen und häufig deutlich bessere Klick- und Conversion-Raten, weil die Werbung exakt dann erscheint, wenn sich die Zielgruppe ohnehin mit dem Thema beschäftigt. 

Dezember: die Zeit für spontane, emotionale Anschaffungen

Geschenke, Deko, Genuss, kleine Überraschungen – all das passt hervorragend in die Vorweihnachtszeit, wie die Beispiele weiter oben zeigen. Größere, gut überlegte Anschaffungen wie ein neues Auto passen dagegen selten in diese Phase: Solche Entscheidungen brauchen Zeit und Vergleich – anders als die spontane Kauflaune der Feiertage. Für Autohäuser lohnt sich der Dezember daher meist weniger als für Handel, Handwerk oder Gastronomie. 

Ein fiktives, aber realistisches Beispiel: Ein Kaufhaus in Rostock könnte seine Werbung über 6 Wochen im Advent thematisch staffeln – jede Woche ein neuer Schwerpunkt: „Weihnachtliche Dekoration für Zuhause“, „Backen & Kochen: Alles für die Weihnachtsküche“, "Geschenke für Ihn", "Geschenke für Sie", "Geschenke für die Kleinsten", "Geschenke für Oma und Opa". So bleibt die Werbung über Wochen hinweg relevant und frisch, statt sich in einer einzigen, breiten Botschaft zu erschöpfen. 

Zwischen den Jahren: Zeit für Entscheidungen, die etwas Ruhe brauchen

Sobald der Weihnachtsstress vorbei ist, verbringen viele Menschen Zeit im Kreis der Familie – mit Ruhe und Gemeinsamkeit, die im hektischen Alltag oft zu kurz kommen. In dieser Atmosphäre entstehen auch größere Überlegungen: Wer die freien Tage gemeinsam auf dem Sofa verbringt, merkt schnell, wie durchgesessen es eigentlich schon ist. Wer bei Kälte und Nebel zusammensitzt, träumt gemeinsam vom nächsten Sommerurlaub im Süden. Dieses Zeitfenster lohnt sich deshalb besonders für Werbung rund um Möbel, Einrichtung oder Reisen – die ganze Familie hat Zeit und Kopf dafür. 

Januar und Februar: die Zeit der guten Vorsätze

Zum Jahreswechsel nehmen sich viele Menschen etwas vor – und das öffnet ein weiteres, oft unterschätztes Zeitfenster. Fitnessstudios und Fitness-Apps profitieren von der Vorsatz-Saison "mehr Sport treiben", Bio-Läden und Reformhäuser von Vorsätzen wie "weniger Zucker" oder "weniger Alkohol". Auch Themen wie die neue Einrichtung fürs Zuhause oder ein Blick auf Versicherungen und Sparanlagen finden im Januar ein aufmerksames Publikum – nach den Feiertagen ist der Kopf frei für Finanzen und größere Vorhaben.

Wie stark dieser Effekt tatsächlich ausfallen kann, zeigen zwei echte Kampagnenbeispiele aus der Vermarktungspraxis:

Eine Creme gegen Hautekzeme erzielte im Dezember nur moderate Klickraten – die Betroffenen hatten vor Weihnachten offenbar wenig Kapazität, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Erst die zusätzliche Schaltung im Januar, nach dem Ende des Weihnachtsstresses, ließ die Klickrate nahezu verdoppeln.  

Ähnlich bei einer Heilpraktikerpraxis für Darmsanierung: Im Advent, mitten in der Plätzchen- und Bratensaison, hatten die Menschen kaum Interesse an einer Ernährungsumstellung. Im Januar sorgten die guten Vorsätze für einen regelrechten Ansturm auf die Praxis – viele wollten sich endlich um ihre Verdauung kümmern. 

Weil im Januar deutlich weniger Unternehmen gleichzeitig werben als im Dezember, sind die Werbeplätze in dieser Zeit oft günstiger zu bekommen – bei einer Zielgruppe, die ganz gezielt nach diesen Themen sucht. 

Wie Sie den Erfolg einer Kampagne über den reinen Sofortkauf hinaus messen – etwa mit Newsletter-Anmeldungen oder Kontaktanfragen als Zwischenziel – erklären wir im Ratgeber zum Kampagnen-Reporting

Gut zu wissen

Die Faustformel für Ihre Werbeplanung:  
Dezember gehört den spontanen Käufen, die Zeit zwischen den Jahren der gemeinsamen Zeit mit der Familie und den größeren Überlegungen, die dabei entstehen, Januar und Februar den guten Vorsätzen.  
Wer sein Marketingbudget auf das passende Zeitfenster für die eigene Branche legt, muss sich nicht im teuersten Monat des Jahres um Sichtbarkeit streiten.

Kurz zusammengefasst

Wie gut Weihnachtsmarketing funktioniert, hängt weniger vom Budget selbst ab als davon, wie gezielt es eingesetzt wird – zur richtigen Zeit, auf dem richtigen Kanal, mit der passenden Botschaft. Die Wege aus diesem Artikel lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: 
 

Suchen Sie Kanäle, auf denen Ihre Zielgruppe unterwegs ist und der Wettbewerb überschaubar bleibt. 

Sprechen Sie über die Situation Ihrer Kunden – Ihr Produkt findet darin ganz selbstverständlich seinen Platz. 

Nutzen Sie die Zeit zwischen den Jahren für Sichtbarkeit, auch wenn der Kaufabschluss noch wartet. 

Prüfen Sie, ob der Dezember für Ihre Branche überhaupt der richtige Monat ist – für viele Themen lohnen sich zwischen den Jahren oder Januar und Februar mindestens genauso gut oder sind sogar noch besser, wenn man der Massenwerbung aus dem Weg geht. 

FAQ: Häufige Fragen zum Weihnachtsmarketing

Bevor Sie Ihr Weihnachtsbudget ausgeben

Wenn Sie wissen möchten, welche regionalen Werbekanäle in Ihrer Region verfügbar sind und wie sich Print, Online und Außenwerbung sinnvoll kombinieren lassen – das besprechen wir gerne. Einfach kurz melden. 

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